Jan 25 2013

Neue Rumpffarbe für die Santa Maria II – Teil 4

Vorherige Teile:

Der Abschluss unserer Arbeiten am Rumpf der Santa Maria ist schon so lange her, dass es beinahe schon nicht mehr wahr ist :) Hier also doch noch zusammenfassend, wie wir den Winter zu Ende gebracht haben.

Einerseits hat die Santa Maria II natürlich noch einige Schichten Decklack erhalten. Also Farbe mischen, Viskosität prüfen, Rollen, Ausziehen, trocknen lassen, und – immer wieder – schleifen. Mit der Zeit haben wir uns ganz gut eingespielt: Einer trägt die Farbe mit der Rolle auf (und erhält mit der Zeit ein Gefühl für den nötigen Druck auf der Rolle und die Menge an Farbe), der andere geht mit dem Ausziehpinsel dicht hinterher. Auch wenn wir zwei Ausziehpinsel brauchten, hat sich diese Investition in Zeit und Geld auf jeden Fall gelohnt – sauberes Ausziehen führt zu einer deutlich feineren Oberfläche nach dem Aushärten des Lacks. Und wenn man den Pinsel nach getaner Arbeit nicht nur im Lösungsmittel badet, sondern wirklich sauber Reinigt, kommt man auch gut mit nur einem Pinsel durch:) Ganz nebenbei hat natürlich auch der Motorensumpf noch ein paar Lagen Farbe erhalten…

Die neue Scheuerleiste aus Teakholz hat das Schiffswerk vorbereitet und schliesslich auch Montiert. sie ist etwas Breiter als die alte Leiste, gefällt mir aber sehr gut. Der Versuchung, auch die Teakleisten auf dem Deck gleich zu ersetzen, konnte ich nur schwer widerstehen… Die neue Immatrikulationsnummer hat ebenfalls das Schiffswerk angebracht. Ausserdem haben sie dann auch noch kräftig poliert, damit der Rumpf mit der neuen Farbe so richtig glänzen kann.

Das Resultat lässt sich auf jeden Fall sehen, und ich bin ein gutes bisschen stolz darauf.

Due Santa Maria II bereit zum Abtransport an den Zürichsee.

Due Santa Maria II bereit zum Abtransport an den Zürichsee.

Schliesslich galt es noch, den Heckkorb und die Badeleiter wieder zu montieren. Dabei haben wir uns -  wie sich im Sommer dann gezeigt hat – etwas zu wenig Mühe gegeben. Dazu aber mehr in einem separaten Post.

Fazit

So intensiv am eigenen Boot zu arbeiten, macht eine ganze Menge Spass – auch wenn dieser Spass durchaus von einigen Mühen und Schmerzen begleitet wird. Um ein wirklich gutes Resultat zu erhalten, lohnt sich auf jeden Fall die Unterstützung eines Profis. Jürg Tschiemer’s Schiffwswerk hat uns hier kompetent und sehr zuvorkommend beraten und unterstützt. Ohne die vielen Tips hätten wir mit Sicherheit dieses Resultat nicht hingekriegt.


Mar 19 2012

Neue Rumpffarbe für die Santa Maria II – Teil 3

Vorherige Teile:

Die Zeit bis zu unserem nächsten Arbeitseinsatz hat das Schiffswerk genutzt um – richtig geraten – zu schleifen und zu malen. Bei unserer Ankunft in Steckborn ist die Santa Maria hellblau, und von der Orangenhaut ist nichts mehr zu sehen. Nach fleissigem Schleifen hat das Schiffswerk also nochmals zwei Lagen Vorstreichfarbe (Perfection) aufgetragen, wobei bei der letzten Lage noch 25% Decklack beigemischt wurden.

Die Santa Maria II nach der letzten Late Vorstreichfarbe

Ausserdem wurde die Verbindung von Schale und Deck neu mit Sikaflex Gummi abgedichtet.

 

Mit Sikaflex abedichtete Schalen-/Decksverbindung

Um Staubentwicklung möglichst zu verhindern, haben wir diesmal nass geschliffen. Einmal mit 400er Schleifpapier rund ums Schiff, und mit Mikrofasertüchern nachgereinigt.

Ausserdem haben wir auch den Motorensumpf nochmal mit etwas Spachtelmasse (WaterTite) bearbeitet. Damit dieser möglichst rasch aushärtet und geschliffen werden kann, haben wir mit einer Lampe etwas zusätzlich geheizt.

Schliesslich haben wir, um allfällige Fettrückstände noch zu entfernen, das ganze Werk mit Wasser und etwas Salmiak gereinigt. Während dem Trocknen haben wir dann den Decklack für die erste Lage gemischt und gesiebt und die Werft zum sauberen Streichen vorbereitet: Staubsagen und den Boden einnässen, damit beim Arbeiten kein Staub vom Boden aufgewirbelt wird.

Dann Endlich folgte der Schritt zur ‘grossen Tat’ – die erste Schicht des Decklacks (Perfection) sollte aufgetragen werden. Mit Rolle und Ausziehpinsel haben wir uns wiederum vom Spiegel nach vorne gearbeitet.

Die Santa Maria II nach der ersten Schicht Decklack

Obwohl nach diesem ersten Anstrich die Vorstreichfarbe noch etwas durchschimmert, wird die endgültige Farbe nun zum ersten Mal erkennbar – ein edles Dunkelblau.

Als die Farbe etwas angetrocknet war, haben wir uns dann nochmal mit dem Motorensumpf beschäftigt, der schliesslich auch noch eine Lage Vorstreichfarbe benötigte. Am nächsten Morgen hat sich dann allerdings beim Entfernen des Abdeckbndes gleich die alte Farbe vom Kunststoff gelöst.

Unser Versuch, den Rumpf erneut mit feinem Papier nass zu schleifen, um vorhandene Staubkörner zu entfernen, ging ausserdem gründlich schief. Die Farbe war noch zu wenig ausgehärtet, so dass wir diese Übung abbrechen mussten. Eigentlich war geplant, noch die letzte Schicht Decklack aufzutragen.

Die gewonnene Zeit verbrachten wir schliesslich damit, den Motorensumpf doch noch gänzlich von deralten Farbe zu befreien und mit Vorstreichfarbe zu versehen.

Die neu bearbeitete Motorenbox

Update folgt….


Feb 26 2012

Neue Rumpffarbe für die Santa Maria II – Teil 2

(Teil 1: Neue Rumpffarbe für die Santa Maria II)

Bevor wir für unseren zweiten Arbeitseinsatz in die Werft gekommen sind, hat sich Jürg Tschiemer’s Schiffswerk um einige Arbeiten gekümmert:

  • Spachtel schleifen
  • erste Grundierung auftragen (InterPrime 880)
  • Auslaminieren des Motorensumpfs und Wiederherstellen der Motorenaufhängung

Diese ersten Grundierung hat uns schliesslich gezeigt, wo überall noch Unebenheiten in der Schale vorhanden waren. Diese haben wir dann abgeschliffen oder aufgespachtelt – insgesamt eine gute Menge Arbeit, die anstelle von dem geplanten Vormittag so ziemlich den ganzen Tag gebraucht hatte.

Nach dem Nachtessen waren wir schliesslich soweit, dass wir eine weitere Grundierung auftragen konnten – diese Arbeit war eigentlich für den Mittag geplant gewesen, hat uns aber schliesslich bis Mitternacht beschäftigt.

Am nächsten Morgen hat sich dann gezeigt, dass die Grundierung eine leichte ‘Orangenhaut’ entwickelt hatte – also war erst mal nichts mit Vorstreichfarbe. Anstelle war noch einmal Schleifen angesagt. Natürlich musste dann der ganze Rumpf nochmal vom Staub befreit und gründlich entfettet werden, bevor’s an die Vorstreichfarbe ging.

Grundiert mit InterPrime 880

Die Vorbereitung der Vorstreichfarbe (International Perfection) hat sich als weniger einfach erwiesen als zunächst erwartet – einige Versuche mit Verdünner waren nötig, bis die richtige Viskosität schliesslich erreicht war, und wir mit streichen bzw. Rollen starten konnten. Wichtig ist beim Auftragen der Farbe, dass keine Läufe entstehen und die Farbe möglichst gleichmässig aufgetragen wird. Ersteres wird durch die Anwendung des Ausziehpinsels unterstützt, aber ein Gefühl für die nötige Menge Farbe beim Auftragen mit der Rolle ist trotzdem nötig – hier hat es sich für uns bewährt, am Heckspiegel zu beginnen, denn damit entsteht eine verhältnismässig kleine Übungsfläche, die im Nachhinein nochmals geschliffen werden muss. Auch die Arbeitsteilung mit einem Mann an der Rolle und einem am Ausziehpinsel, der direkt hinterher arbeitet, hat sich für uns bewährt.

Was die Arbeiten etwas erschwert ist die Tatsache, dass die Farben hoch giftige Dämpfe von sich geben. Alle Arbeiten müssen mit einer Atemschutzmaske mit Kohlefilter durgeführt werden – auch Brille und Handschuhe sind unverzichtbar. Sowohl die Ausrüstung als auch die Komplexität der Farbsysteme an sich machen es für den Laien bezahlt, hier einen Fachmann zur Seite zu haben!

Nach der ersten Schicht Vorstreichfarbe

Nach dem Mittag waren wir schliesslich einmal rund ums Schiff , und auch der Motorensumpf war mit Vorstreichfarbe vorbereitet. Aufgrund der Trockenzeit der Farbe haben wir dann unseren Einsatz für diesmal beendet.

Eine zweite Lage Vorstreichfarbe wird das Schiffwerk nun aufbringen. Später kommen wir dann nochmal selbst zu Zug.

Update folgt…


Jan 5 2012

Neue Rumpffarbe für die Santa Maria II

SUI 526 vor Beginn der Arbeiten – Diverse Blautöne zieren den Rumpf

Nachdem meine Stark 24 im letzten Jahr im Bug eine neue Innenverkleidung erhalten hat, soll sie dieses Jahr eine neue Rumpffarbe kriegen. Aus dem ursprünglichen Vorhaben, den Rumpf anzuschleifen und neu zu Malen, ist mittlerweile ein kleineres Restaurationsprojekt geworden.

Die schon etwas in die Jahre gekommene Teak-Scheuerleiste hat an  einigen Stellen zu Faulen angefangen, so dass die Entscheidung, sie komplett runterzureissen und zu ersetzen einigermassen schnell getroffen war. Das Teil schliesslich mit dem Stechbeutel zu bearbeiten, hat dann trotzdem etwas Abschiedsschmerz bereitet :) Um sämtliche Schrauben aus dem Rumpf zu bringen, mussten wir diese teilweise im Bootsinnern die Muttern und Schrauben freispitzen.

Morsche und beschädite Scheuerleiste

Als nächstes haben wir den Wasserpass anhand der sichtbaren Wasserlinie am Rumpf neu markiert und alle paar Handbreit mit der Flex eingekerbt zur Markierung. Schliesslich musste danach die Teflon-Farbe bis etwa  15cm unter die Wasserlinie mit der Abziehklinge komplett heruntergeholt werden.

Hinter der Scheuerleiste ist die obere Deckschale mit der unteren verschraubt, und die entsprechende Dichtung ist erschien in einem nicht eben berauschenden Zustand. Also galt es den Gummi so gut wie möglich rauszuplatzen und vor allem das vorhandene Silikon feinsäuberlich zu entfernen. Sowohl das Silikon als auch das Teflon würden dazu führen, dass die Farbe auf dem Rumpf nicht hält. Sauberes nachputzen mit Aceton hilft, allfällige Spuren noch zu entfernen und eigener sich auch zum Reinigen der Werkzeuge.

Hinter der Scheuerleiste hat sich die Dichtung fast schon Aufgelöst.

Nachdem der Wasserpass sowie das Teflon soweit wie nötig weggekratzt und alle Beschläge inklusive Bugkappe entfernt waren, konnte es schliesslich ans Schleifen gehen. Mit je einem Konzenterschlefer und einem Flächenschleifer und genügend 60er Papier ausgerüstet, hat uns das zu zweit gute 1.5 Tage beschäftigt. Anstelle von Anschleifen wurde nämlich bald klar dass der Ganze Farbaufbau bis aufs Gelcoat runter musste.

Der Abgeschliffene Rumpf

Der Abgeschliffene Bug mit entferntem Teflon-Anstrich

Danach haben wir Stellen mit dellen oder Haarnadelrissen im Gelocoat bis aufs GfK ausgeschliffen – ein weiterer halber Tag mit Schleifmaschine und 24er Papier. Danach haben wir den ganzen Rumpf nochmals mit 120er Korn geschliffen, und die ausgeschliffenen Stellen speziell gereinigt, um sie schliesslich mit Spachtelmasse auszufüllen.

Ausserdem hat auch der Motorensumpf nach einer Sanierung geschrien. Das Sperrholz, mit dem der Hohlraum aufgefüllt war, konnte nach dem Entfernen der maroden Lackschicht mit dem Wassersauger eingesammelt werden. Also komplett ausräumen, die verbleibende Farbe abschleifen und alles für ein erneutes Laminieren vorbereiten. Diesen Teil wird dann schliesslich die Werft durchführen und den Motorensumpf wieder stabilisieren, auflaminieren und diesmal richtig abdichten.

Mit diesen Arbeiten haben wir zu zweit volle 4 Tage zugebracht. Unser Ziel, zumindest eine erste Grundierung auf den Rumpf zu bringen, haben wir damit nicht erreicht, doch die Vorbereitungen für einen kompletten Neuaufbau der Farbschicht sind nun gemacht.

SUI 526 mit abgeschliffenem und ausgespachteltem Rumpf

Das Schiffswerk in Steckborn mit Jörg Tschiemer, in dessen Werft wir die Arbeiten grösstenteils selbst durchführen durften, und der uns kompetent mit Rat zur Seite gestanden ist, wird nun die letzten Vorbereitungen treffen, damit wir beim nächsten Einsatz mit Streichen loslegen können.

 

Update folgt…


Dec 26 2010

Great Ocean Road

Die Great Ocean Road wird in unserem Reiseführer angekündigt als “die wohl spektakulärsten 300km Küstenstrecke Australiens”. Da wir natürlich nicht die ganze Küste abgefahren sind, können wir das so nicht bestätigen – aber enttäuscht wurden wir auf jeden Fall nicht! Wir haben uns insgesamt drei Tage Zeit genommen für die vergleichsweise kurze Strecke.

Kunstinstallation in Geelong

Auf dem Weg von Melbourne zur Great Ocean Road haben wir noch einen Halt in Geelong eingelegt. Das Städtchen hat offensichtlich einen Sinn für Kunst, und so ist die “Waterfront” hübsch gestaltet. Neben den “Bollards”, an der ganzen Waterfront verstreut aufgestellten Holzfiguren, die aus alten Pollern erstellt wurden und die Geschichte des Ortes illustrieren sollen, gibt es auch eine Installation von Steinsäulen, die an Flossen erinnern. Das schöne Wetter, das wir in Geelong angetroffen haben, hat dann noch seinen Teil zum Ganzen beigetragen.

Die Bollards in Geelong - Holzfiguren aus alten Pollern

Je nach Quelle beginnt die Great Ocean Road in Torquay (Australiens Surf-Hauptstadt) oder bei Apollo Bay. Für uns hat sie in Aireys Inlet begonnen, wo wir auch unsere erste Nacht verbracht haben. Hier haben wir einen Spaziergang zum Split Point Lighthouse und an den Strand unternommen.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Lorne, wo wir einen ungeplanten Halt eingelegt haben, um dem Fluss entlang zum Strand zu spazieren. Ein Holzsteg führt dem Fluss entlang zu einer kleinen Hängebrücke, über die man schliesslich den Strand erreicht. Ein schönes Örtchen für einen Zwischenstopp!

Weiter sind wir zu den Erskine Falls etwas ausserhalb von Lorne gefahren. Ein kurzer, aber sehr steiler Spazierweg führt zum Bassin des Wasserfalls, der wegen der starken Regenfälle in der letzten Zeit mehr Wasser als gewöhnlich führte. Obwohl man das natürlich nicht solle, steigen hier fast alle vom Weg auf die Steine im Flussbett hinaus, um dem Wasserfall noch etwas näher zu kommen.

Erskine Falls bei Lorne an der Great Ocean Road

Die weitere Fahrt führte uns nach Apollo Bay, wo wir von einigen Lookouts die Küste bestaunen konnten. In diesem Abschnitt der Great Ocean Road verläuft die Küste noch einigermassen flach in den Pazifik, und vorgelagerte Felsbrocken blitzen aus dem türkisblauen Wasser hervor.

Auf dem Weg zum Cape Otway, wo wir den Leuchtturm besuchen wollten, haben wir einige Koalas in den Bäumen angetroffen. Die knuddeligen Tiere liessen sich von den Touristen, die teilweise die Strasse mit ihren halb-parkierten Autos versperrten, nicht aus der Ruhe bringen.

Koala auf dem Weg zum Cape Otway

Das ganze Gebiet des Leuchtturms ist nur gegen Bezahlung zugänglich. Die erhaltenen Nebengebäude wurden teilweise zu kleinen Museen und zu einem Kaffee umfunktioniert. Die Sicht vom Leuchtturm ist eindrücklich – auf beiden Seiten sieht man weit den Klippen entlang. Für die Nacht sind wir dann auf den Campingplatz bei Johanna Beach gefahren – ein Gratis-Platz, der ausser grosszügig Platz auf einer tadellos gemähten Wiese nur ein Plumpsklo an Infrastruktur anbietet. Das kommt meinen Erinnerungen an “wildes” Campieren schon ganz nahe :)

Bei wechselhaftem Wetter sind wir am nächsten Morgen den 12 Aposteln entgegengefahren – der Hauptattraktion der Great Ocean Road. Bei den Gibson Steps sind wir die Treppe entlang der Steilküste hinunter zum Strand gestiegen. Von hier lässt sich die erste Felssäule im Pazifik bestaunen. Und zu unserer Überraschung haben wir am Strand auch noch einen kleinen Pinguin angetroffen.

Der erste Apostel an der Great Ocean Road

Fast schon überlaufen war der Ausguck beim  12 Apostle Center. Von hier hat man einen schönen Blick auf die “Apostel”, von denen ja mittlerweile nur noch 11 übrig sind. Faszinierend, wie diese Felssäulen entstehen konnten.

Bei “Loch Ard Gorge” – dem Ort, an dem die einzigen zwei überlebenden der “Loch Ard” gestrandet sind – haben wir die von der Brandung aus dem Felsen geschliffene Bucht bestaunt, bevor wir dann in Port Campell den Campingplatz bezogen haben.

Trotz der starken Bewölkung haben wir uns schliesslich entschieden, auf den Abend nochmals zu den 12 Aposteln zu kommen, um das Abendlicht zum Fotografieren zu nutzen. Das Abendrot wollte leider nicht richtig, und so haben wir nach gut zwei Stunden unsere Sachen wieder gepackt. Dafür haben wir zwei nette Australierinnen von der Gold Coast kennengelernt, von denen die eine ebenfalls mit Stativ und Kamera auf die Stimmung wartete, die sie am Vorabend leider verpasst hatte.

Die Apostel im Abendlicht

Am nächsten Tag sind wir der Strasse weiter Richtung Westen gefolgt. Unseren ersten Stopp haben wir bei “The Arch” eingelegt, einem Felsbogen, der vom Meer ausgeswemmt wurde. Eindrücklich, wie die Brandung am Fels zerschlägt! Der nächste Halt war dann die “London Bride”, deren zweiter Bogen, früher eine Verbindung zum Land, vor etwa 20 Jahren eingestürtzt ist. Etwas ungeschickt, dass sich zwei Personen zum Zeitpunkt des Einsturzes unerlaubter Weise auf dem äusseren Teil der Brücke befanden…

“The Grotto” ist eine Felsgrotte, die ebenfalls von der Brandung in den Fels geschliffen wurde. Grössere Wellen spülen immer wieder Wasser in einen kleinen Felspool unter dem “Torbogen” beim Eingang.

"The Grotto" an der Great Ocean Road

Es ist sehr eindrücklich, zu sehen, welch bizarre Landschaften die Brandung hier aus dem Fels schlägt, und der Anblick macht die Kräfte, die hier wirken, ein bisschen fassbarer. Die Tatsache, dass sich die Küste hier ständig verändert, macht die Great Ocean Road noch etwas faszinierender.

Auf dem Weg nach Portland, wo wir unsere nächste Nacht auf dem Henty Bay Campground verbracht haben, haben wir auch noch die “Bay of Islands” besucht. Auch hier trotzen Felsblöcke vor den Klippen der Brandung, fast wie kleine, rostrote Apostel.

Die "Bay of Islands" an der Great Ocean Road

Am vierten Tag unseres Great-Ocean-Road-Trips haben wir uns in Cape Bridgewater schliesslich mit etwas Wehmut vom Meer verabschiedet. Hier konnten wir einen versteinerten Wald besuchen, von dem mittlerweile klar ist, dass er nie ein Wald war. Wie er aber entstanden ist, weiss man nach wie vor nicht schlüssig. Eindrücklich aussehen tut er so oder so, einzig der Nieselregen hat ein bisschen gestört. Im Dorf haben wir nochmals einen wunderschönen Strand angetroffen mit beinahe weissem Sand und – typisch australisch – “Life Guard” und  “Surf Rescue”.

Cape Bridgewater


Dec 26 2010

Phillip Island

Phillip Island ist die Heimat von einigen tausend (60’000) kleinen Pinguinen. Die “Little Penguins”, die tatsächlich nur etwa 30cm gross werden, haben hier ihre Nester, wo sie ihre Eier ausbrüten und ihre Jungen aufziehen – also auffüttern.

Wir hatten im Vorfeld bereits unseren Platz für die “Penguin Parade” gebucht – hier kann man allabendlich hunderte von Pinguinen beobachten, wie sie beim Sonnenuntergang vom Meer ans Land kommen und den Strand überqueren. Für das Schauspiel wurde eine Tribüne für 3800 Nasen aufgebaut. Beim einchecken auf dem Campingplatz haben wir in einem Flugblatt die “Ultimate Tour” entdeckt und konnten schliesslich Upgraden. So sind wir dann abends in einer kleinen Gruppe von nur 7 Personen mit einem Ranger an einen kleineren Strand etwas abseits gegangen. Ausgerüstet mit einer schweren Jacke (Camouflage), einem Nachtsichtgerät, einem Sitzpolster und einer Taschenlampe für den Rückweg (alles zur Verfügung gestellt) haben wir uns dann bei einer kleinen Düne am Strand hingesetzt und auf die Pinguine gewartet. Robert, der Ranger, hat nicht nur einiges über die Pinguine erzählt, sondern auch interessantes Strandgut erklärt. Eier von Port Jackson Sharks, zum Beispiel. Ausserdem haben wir auch noch einige Robben in der Bucht beobachten können.

Kurz vor Sonnenuntergang ist der erste Pinguin gestrandet, hat sich etwas unsicher umgeschaut, und auf seine Kollegen gewartet. Die Pinguine haben offenbar grosse Angst vor der Überquerung des Strandes, weil sie dabei ungeschützt sind; im Wasser sind sie sowohl von unten als auch von Oben kaum zu erkennen. Sie warten also, bis eine genügend grosse Gruppe sich versammelt hat, um den Mut zur Strandüberquerung zu fassen. Irgendwie menschlich ;)

Im Laufe des Abends sind gut über 200 Pinguine an den Strand gekommen und ein schöner Teil davon ist in etwa 5 Metern Entfernung an uns vorbeigewatschelt. Auf dem Rückweg mussten wir ziemlich gut aufpassen, damit wir keines der putzigen kleinen Tiere überrannten – diese waren noch auf dem Weg in die Dünen zu ihren Nestern. Der Besuch der kleinen Pinguine – wenn auch nicht ganz billig, hat sich auf jeden Fall gelohnt, und wir sind froh, uns schliesslich doch nicht der grossen Menschenmasse angeschlossen zu haben.

Fotografieren darf man die Pinguine leider nicht. Wäre aber auch schwierig geworden bei dem vorhandenen Licht.

Nobbies Heads

Neben der Hauptattraktion bietet Philipp Island noch ein paar weitere Sehenswürdigkeiten. Davon haben wir am nächsten Tag “Nobbies Head” besucht, ein der Insel vorgelagerter Felsen. Etwas weiter aussen lebt eine Robbenkolonie – ein paar Robben konnten wir mit dem Feldstecher ausmachen. Den nächsten Stopp haben wir bei Cape Woolamai eingelegt, wo wir zu den pinkfarbenen Felsen, den “Pinnacles” marschiert sind. Diese eindrücklichen Felsen bestehen offenbar aus vulkanischem Gestein, das vor tausenden von Jahren aus der Erdkruste nach oben gedrückt wurde und schliesslich langsam auskühlte und erhärtete. Die Erosion hat dann ihre Umgebung quasi weggespült, so dass heute nur noch die Säulen übrig geblieben sind.

The Pinnacles

The Pinnacles


Dec 21 2010

Wilsons Promontory

Der Wilsons Promontory National Park südöstlich von Melbourne ist wahrscheinlich eines der beliebtesten Ausflugsziele von Victoria. Er bildet die südlichste Landzunge des Kontinents und bildete während der Eiszeiten eine Landbrücke zu Tasmanien. Kein Wunder, ist das Gebiet seit mindestens 6500 Jahren von grosser Bedeutung für mehrere Aboriginiesstämme; Sie kannten es unter der Bezeichnung “Yiruk” oder “Wamoom”.

Wir haben unsere Basis für zwei Tage nach Tidal River ca. 30 km innerhalb des Nationalparks verlegt. Hier ist alles ziemlich touristisch – der Campingplatz umfasst 480 Stellplätze und es gibt einen überteuerten “General Store”, ein “Restaurant”, ein “Kaffee”. Und natürlich das Büro von Parks Victoria. Einwohner gibt es, soweit ich weiss, keine.

Der “Prom”, wie der Park allgemein genannt wird, bietet in etwa alles, was man sich von einem Nationalpark erhoffen kann: Wunderbare Strände, spektakuläre Landschaften, Regenwald und einige Berge, die atemberaubende Ausblicke ermöglichen. Und Wind – viel Wind :) Kaum aus dem Camper, peitschte uns der Sand, vom Wind aufgewirbelt, ins Gesicht. Geschirrspülen war eine Herausforderung, denn die Anlage dazu war auf der Aussenseite des Gebäudes angebracht, und der Wind war so stark, dass er das Wasser aus dem Hahn neben das Becken blies :)

Wilsons Promontory und vorgelagerte Inseln, Sicht vom Mount Orbost

Unsere erste Wanderung führte uns auf den Mount Oberon – eine kurze, aber steile Strecke. Offenbar reagieren alle, die den Gipfel dieses Hügels erklimmen, mit den gleichen “Ah”-, “Oh”- und “Wow”-Rufen. Wir inklusive. Eine unglaubliche Sicht über die südwestliche Küste des Parks eröffnet sich, wenn man die Klippe überschreitet. Das wolkige und windige Wetter hat seinen Teil zum Spektakel beigetragen: Immer wieder wurde der Gipfel in Wolken gehüllt, und dann die Sicht wie auf eine Märchenlandschaft wieder freigegeben. Wir sassen eine ganze Weile da oben im Wind und beobachteten das Schauspiel.

Zurück in Tidal River zog’s uns noch an den Fluss und den Strand, den wir vorher von Oben betrachten konnten. Hier fanden wir rundgeschliffene Felsformationen und den kleinen Bach, der sich seinen Weg ins Meer sucht.

Steinformationen am Tidal River

Am nächsten Tag unternahmen wir eine kleine Wanderung zum “Squeezie Beach” und zum Tidal Lookout. Diese führte uns auf einem abwechslungsreichen Pfad durch Wälder (Banksia und Stingybark), entlang dem Strand und über offene Felder und Felswege.

Am Squeezy Beach im Wilsons Promontory

Die Nächte in Tidal River sind, trotz Tourismus, ebenfalls spannend. Mit der Taschenlampe haben wir mehrere Wombats erspäht, und wer Glück hat, kann hier offenbar auch Kängurus und andere Wildtiere auf dem Campingplatz antreffen.

Der “Prom” ist auf jedenfalls ein Highlight unserer Reise!

Sicht vom Tidal Lookout auf den Süden des Wilsons Promontory


Dec 20 2010

Cape Liptrap Coastal Park & Waratah Bay

Von Cape Paterson sind wieder zurück nach Inverloch gefahren und von da zum Cape Liptrap Coastal Park, genauer zum Cape Liptrap Lighthouse. Von hier haben wir einmal mehr atemberaubende Aussichten auf die Küste, das Meer und auf den nahe gelegenen Wilson’s Prom genossen.

Cape Liptrap Lighthouse und die Küste

Anschliessend sind wir weiter nach Walkerville gefahren, wo wir ab Walkerville North eine kurze Wanderung zu einem Aussichtspunkt am Hang unternommen haben. Von hier sieht man die andere Seite der Landzunge des Cape Liptrap Coastal Parks, die Wartha Bay, und wiederum, gegen Osten, den Wilson’s Prom. Auf dem Rückweg sind wir dann auch noch einem Echidna begegnet. Diese Begegnung war wohl für beide Seiten etwas unerwartet – jedenfalls hat sich das Tier eingerollt und nur sehr schüchtern weiterbewegt. Dies nachdem wir heute auf der Strasse bereits zweien Dingos begegnet sind.

Sonnenuntergang beim Waratah Bay Campground

Die Nacht haben wir auf dem Campingplatz in Waratah Bay verbracht, wo wir am Abend noch am Strand den Sonnenuntergang geniessen konnten – den man jetzt, an der Südküste wieder über dem Meer sehen kann. In der wunderschönen Abendstimmung konnten wir auch noch Delfine beobachten, die in Strandnähe gespielt haben.

Abendlicht auf dem Wilson's Promontory von Waratah Bay aus gesehen


Dec 20 2010

Bunurong Marine and Coastal Park

Die Strecke von Foster via Inverloch nach Cape Paterson wartet mit einigen Sehenswürdigkeiten auf. Ein Stopp bei einem Lookout kurz nach Foster hat uns den Ausblick über die grünen Wiesen bis zum Meer und dahinter auf die Hügel des Wilson’s Promontory Nationalparks ermöglicht – wunderschön.

In Inverloch selbst haben wir schliesslich ein hübsches Plätzchen am Strand gefunden, wo wir unser Mittagsbrötchen gegessen haben.

Am Strand in Inverloch

Zwischen Inverloch und Cape Paterson gibt es entlang der Küste mehrere Stopps. Bei einigen davon haben wir angehalten und sind zu den Aussichtspunkten hinaus oder der Klippe entlang hinunter zum Strand gestiegen. An dieser Küste, dem Bunurong Marine & Coastal Park, sind Jahrmillionen alte Überreste von Dinosauriern gefunden worden. Wir haben vor allem wegen der kurligen Felsformationen, die man dort findet, angehalten. Bei hoher Tide wäre das Gebiet offenbar auch zum Schnorcheln und Tauchen interessant.

Die Küste bei Eagle's Nest

Die eindrücklichste Felsengestalt ist “Eagles Nest”; Sie sieht aus wie ein Adler, der mit seinen Flügeln schlägt.

Eagle's Nest

Eagle's Nest


Dec 20 2010

Raymond Island

Auf Raymond Island leben, neben ein paar menschlichen Einwohnern, etwa 250 Koalas. Diese wurden in den 1950er Jahren von Phillip Island übersiedelt.

Wir haben die Insel mit der Fähre ab Paynesville erreicht. Auf der Insel gibt es einen ausgeschilderten Spazierweg, auf dem wir einige der knudligen Tiere angetroffen haben. Die Koalas schlafen pro Tag bis zu zwanzig Stunden und sind durchschnittlich etwa 6 Stunden wach. Um ihren Energiebedarf dafür zu decken, fressen sie täglich etwa 5kg Eukalyptusblätter. Zusammengefasst heisst das, dass wir die Koalas entweder beim Schlafen oder beim Fressen beobachten konnten.

Kuschlig aussehen tun sie so oder so :)

Schlafender Koala auf Raymond Island

Während ich mit Stativ und langer Linse versucht habe, einige Fotos der Koalas zu schiessen, haben uns zwei Einheimische angesprochen, und haben uns weitere Tiere gezeigt – eine der beiden hat uns zum Fotografieren sogar in ihren Garten eingeladen, wo ein junger Koala in einer Astgabel sass.

Koala auf Raymond Island

Zum Wetter schreibe ich hier mal nichts, man sieht es ja den Fotos an.